Der Ratgeber für den Kater am folgenden Tag
1. Hilfe, ich habe einen Kater.
Der Kopf brummt, Sie fühlen sich schlapp und träge. Kein Wunder: Der Kater entsteht, weil dem Körper durch das Konsumieren alkoholischer Getränke Flüssigkeit entzogen wird. Das ist paradox, aber wahr: Man trinkt und trocknet gleichzeitig aus.
Da geht es Ihnen nicht anders als dem Staatskörper. Der leidet schon seit Jahrzehnten unter dem sogenannten Staatskater.
Dieser entsteht, wenn durch exzessives Schuldenmachen massenhaft Liquidität aufgenommen wird, diese aber gleichzeitig durch sinnlose Ausgaben und Schuldendienst evaporiert. Da gibt´s nur ein Rezept: weniger trinken bzw. keine Schulden machen.
2. Die Party-Amnesie und wie man sie vermeidet.
Von der sogenannten Party-Amnesie sind vor allem Politiker betroffen: Wenn die Stimmung ganz oben ist, werden Dinge versprochen, die man nicht einhalten kann.
Deswegen täuschen kluge Politiker später Gedächtnisschwund vor. Weniger kluge Politiker machen ihre Versprechen wahr, hauen das nicht vorhandene Geld raus und machen wie verrückt Schulden.
Deswegen versprechen die wirklich klugen Politiker auch nur Dinge, die zunächst keinen Spaß machen, an die man sich aber später gern erinnert. Beispielsweise: „Ich kürze euch allen die Subventionen“.
3. Was tun gegen Völlegefühl?
Das kalte Buffet ist gigantisch – trotzdem haben viele Angst, zu kurz zu kommen. Partygäste, die gerade noch gemütlich geplaudert haben, stürzen sich plötzlich wie ausgehungerte Wölfe auf Garnelenschwänze, Lachs-Kanapees und Mini-Crème-brulée.
Natürlich will man da nicht abseitsstehen. Ist die Party vorbei, bleibt ein unangenehmes Völlegefühl zurück. War das wirklich nötig? Hier helfen eine Einsicht und ein guter Vorsatz.
Die Einsicht: Der Herdentrieb ist der Feind des gesunden Menschenverstands. Der Vorsatz: Das nächste Mal nehme ich nur, was ich wirklich brauche. Diese einfachen Regeln lassen sich übrigens nicht nur bei kalten Buffets anwenden, sondern auch bei der Planung des Staatshaushaltes.
4. Jetzt Abfrackprämie sichern!
Bälle haben eine besondere Kleiderordnung: Während sich die Damen Mühe geben, individuell zu glänzen, sehen Männer im Frack alle gleich aus.
Noch ein Unterschied: Ein Abendkleid ist eine sündhaft teure Investition, kostenbewusste männliche Ballbesucher leihen sich lieber ihren Frack. Und geben ihn am nächsten Tag zurück.
Die mentale Abfrackprämie: Man ist das Ding wieder los und aller Verpflichtungen ledig – ein schönes Gefühl von Freiheit. Ein Gefühl, das auch Finanzpolitiker haben könnten, wenn sie sich an die einfache Grundregel des Frack-Ausleihens halten würden: Was man leiht – z. B. ein paar Milliarden –, sollte man möglichst schnell wieder zurückgeben.
5. Mir hat jemand auf dem Bundespresseball seinen Namen auf die Serviette geschrieben. Anrufen?
Nicht unbedingt. Aber wenn es sich um eine Angela mit Berliner Vorwahl handelt, können Sie es ja mal probieren.
Und als lockeren Gesprächseinstieg über Punkt 1 bis 4 sprechen. Die Republik wird es Ihnen danken.