Als Angela Merkel im Dezember 2008 anlässlich des Bundesparteitags der CDU erstmals das Bild der „schwäbischen Hausfrau“ verwendete, tat sie dies, um im Angesicht einer verheerenden Finanz- und Wirtschaftskrise auf das Fehlen praktischer Vernunft bei vielen der so genannten Finanzexperten hinzuweisen.
Die schwäbische Hausfrau wäre gar nicht in eine derartige Krisensituation geraten, da sie - und offensichtlich auch Angela Merkel – weiß: „Man kann nicht auf Dauer über seine Verhältnisse leben.“
Seitdem ist aus der sprichwörtlich sparsamen und praktisch vernünftigen Hausfrau aus dem Ländle ein geflügeltes Wort geworden, das von Angela Merkel, den Mitgliedern ihrer Regierung aber auch von ihren Kritikern immer wieder gerne aufgegriffen wird. Das ZDF leistet sich mittlerweile eine eigene schwäbische Hausfrau im Mittagsprogramm.
Im süddeutschen Raum sind die Tugenden der schwäbischen Hausfrau schon weitaus länger bekannt. Sinnvoll, sparsam und gut wirtschaften – dabei noch dafür sorgen, dass das Essen trotzdem ausreichend und schmackhaft ist und die Kinder ordentlich angezogen sind. Eindeutig: Die Parallelen zu Vater, Staat sind nicht von der Hand zu weisen.
Doch ist auch Vorsicht geboten, möchte man sich als schwäbische Hausfrau versuchen, denn sie allein aufs Sparen zu reduzieren, täte dieser klassischen Powerfrau wahrlich unrecht. Im Gegensatz zu ihrer kniepigen Cousine, der schottischen Hausfrau, versteht sie es zu sparen, ohne auf das Notwendige zu verzichten.
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